Immobilienmediation
- Die außergerichtliche Streitschlichtung für die Immobilienwirtschaft-
Die Immobilienwirtschaft ist eine Branche in der sich anscheinend naturgemäß, immer wieder neue Konfliktfelder zwischen den verschiedensten Akteuren eröffnen.
Ob Wohnungseigentümer, Käufer, Mieter, Vermieter oder Bauherr – jeder hat eine andere Vorstellung von Wohnqualität, Leistungserfüllung oder Immobilienwert.
In vielen Fällen treffen sich die streitenden Parteien vor Gericht wieder und nicht selten kommt es zu langwierigen und kostenintensiven Auseinandersetzungen. Hat das Gericht eine Entscheidung getroffen, so stehen ein Gewinner und ein Verlierer fest. Oftmals führt dies aber nicht zur Beilegung des eigentlichen Streits, welcher dann im Untergrund weiterschwelt. Meist ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu erneuten Spannungen kommt.
Hier bietet Mediation die Möglichkeit eine schnelle, gemeinschaftliche und kostengünstige Lösung zu finden, um den genannten Nachteilen der gerichtlichen Auseinandersetzung zu entgehen.
Doch was ist eigentlich Mediation ?
Mit diesem Beitrag wollen wir den Lesern einen ersten groben Überblick darüber verschaffen, was Mediation bedeutet, wie sie Abläuft und welche Chancen sich daraus ergeben.
Mediation stammt aus dem englischen und bedeutet „Vermittlung“. Es bezeichnet die Einschaltung eines neutralen Dritten, der Mediator genannt wird. Dieser wird von den Konfliktparteien berufen, um sie zu unterstützen, selber eine einvernehmliche Lösung für ihre Probleme zu finden. Während dem ganzen Verfahren steht ihm keinerlei Entscheidungsmacht zu, er versucht lediglich den Streit zu versachlichen und auf die gemeinsamen Interessen der Beteiligten zu lenken. Wesentliches Merkmal des Mediationsverfahrens ist also die „Selbstverantwortlichkeit“ der Beteiligten, wodurch eine zukunftsorientierte, dauerhafte und sachnahe Lösung ermöglicht wird.
Das Mediationsverfahren setzt dabei voraus, dass die Parteien grundsätzlich bereit und in der Lage sind, miteinander zu reden. Sie sollten sich auf das Verfahren einlassen und unvoreingenommen, also Ergebnisoffen in die Verhandlung gehen. Weiterhin ist es wichtig, dass kein zu großes Machtungleichgewicht zwischen den Parteien besteht, so dass eine Konfliktpartei der anderen den Willen aufzwingen kann. Vor allem sind Mediationsverfahren dann sinnvoll, wenn die Parteien auch in Zukunft miteinander umgehen müssen, wie beispielweise bei einer Vermieter-Mieter-Beziehung.
Dabei beruht Mediation auf 5 Prinzipien:
- Freiwilligkeit der Parteien und des Mediators
- Neutralität des Mediators
- Eigenverantwortlichkeit der Parteien
- Informiertheit der Parteien (gleiches Informationsniveau in rechtlicher, Fallspezifischer Sicht)
- Vertraulichkeit (bindende Vertraulichkeitserklärung aller Beteiligten)
Ein Mediationsverfahren folgt einem recht strengen Schema und lässt sich in 5 Phasen gliedern:
1. Auftragsklärung (Information zu Verfahren, Mediator –und Abschluss derMediationsvereinbarung)
2. Themensammlung (Zusammenstellung der Streitpunkte)
3. Positionen und Interessen (Klärung der jeweiligen Sicht zu den Streitpunkten)
4. Heureka (sammeln und bewerten der Lösungsoptionen)
5. Abschlussvereinbarung (konkrete Regelung zum weiteren Vorgehen)
Für die Immobilienwirtschaft eignet sich Mediation gerade aufgrund der meist Dauerhaften Beziehungen der Akteure, wie Bauherr zu Architekt oder Wohnungseigentümer zu Mieter. Zudem bietet es den Vorteil die oftmals sehr stark emotionalisierten Auseinandersetzungen zu versachlichen und letztlich die gemeinsamen Interessen hervorzubringen. Die Beteiligten sparen somit Zeit, Nerven,Geld und müssen sich nicht einer richterlichen Entscheidung unterwerfen. Es eröffnet die Chance, eivernehmliche und zukunftsträchtige Lösungen zu entwickeln.
Wir hoffen Sie können sich nun einen ersten Überblick zu dem Thema Mediation verschaffen. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Informationen zu Mediation und Mediatoren in Ihrer Umgebung finden Sie auf den folgenden Seiten:
Bundesverband für Mediation e.V. (http://www.bmev.de/)
Deutsche Gesellschaft für Mediation (http://www.dgm-web.de/)
